„Pionier in Palliative Care“

„Palliative Care ist kein Modewort für uns“, sagt Michael Rogner, Projektleiter Palliative Care und Leiter Pflegeentwicklung der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe (LAK). Vielmehr wolle das Personal den Bewohnern die gewohnte Lebensqualität bis zum Lebensende bieten können. „Dazu gehört auch, dass wir gemeinsam die Leiden eines unheilbar kranken Menschen bestmöglichst versuchen zu lindern“, fährt Rogner fort. Aus diesem Grunde sei die Zertifizierung in Palliative Care durch die Organisation palliative.ch angestrebt worden. Seit rund zwei Jahren arbeitet die LAK an der Erfüllung der dafür nötigen 65 Kriterien. Nun waren die Auditoren an der Arbeit. Mit den Auditgesprächen und Begehungen, die diese Woche stattfanden, ist die LAK dem Ziel einen grossen Schritt näher gekommen.

Was bedeutet Palliative Care in der LAK?

„Wir bieten Lebensqualität“, ist Michael Rogner überzeugt – und er erklärt dies auch gleich. Der Begriff «Palliative Care» leite sich aus dem lateinischen «pallium» ab. Es bedeute „mantelähnlichen Umhang“. «Care» stamme aus dem Englischen und werde mit «Fürsorge» oder  auch «ich sorge mich um dich» bzw. «du bist mir wichtig» übersetzt. Dies seien dann auch die Leitsätze bei der Betreuung der Bewohner in den LAK-Standorten. Palliative Care wird in der LAK als gesamtheitliches Konzept betrachtet, das
vorausschauend angewendet wird. Die Bewohner werden in Bezug auf die letzte Lebensphase in der Entscheidungsfindung und der Vorausplanung unterstützt. Indem die Bedürfnisse der Bewohner angesprochen werden, kann bei der Gestaltung der letzten Lebensphase unterstützt werden. Wichtig ist, dass Symptome erfasst, behandelt und gelindert werden. Die Unterstützung der Angehörigen sowie die Trauerbegleitung ist ebenfalls ein wichtiges Anliegen der LAK. Dabei werden jedoch nicht nur die Bewohner und die Angehörigen mit einbezogen. Wo nötig, werden Netzwerke gebildet und koordiniert. So werden gemäss Rogner auch die LAK-externen Systempartner integriert. Dazu gehörten Ärzte, Therapeuten, die Hospizbewegung, der Sachwalterverein, die Familienhilfe und andere. Nur so könne eine ganzheitliche Betreuung des Bewohners umgesetzt werden. Wichtig sei, dass Leiden und Komplikationen vorgebeugt und den Bewohnern eine auf ihre jeweilige Situation angepasste optimale Lebensqualität geboten werden könne.

Pionier in Palliative Care

Speziell ist, dass alle Standorte der LAK die Zertifizierung anstreben. Dass sich ein „Pflegeheimverbund“ um diese Auszeichnung bemüht, war auch für palliative.ch neu. „Wir werden die erste Organisation in der Schweiz und in Liechtenstein sein, die das Zertifikat als Gesamtorganisation erhält“, freut sich Thomas Riegger, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Damit beweise die LAK auch ihre Kompetenz in der Pflege. Gemäss Definition umfasst Palliative Care die Betreuung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Die LAK macht hier jedoch noch einen  Schritt weiter. Die LAK lebe Palliative Care, ergänzt Rogner. „Für uns ist die allgemeine Palliative Care ein integrativer Bestandteil der Pflege und Betreuung“ erklärt Kurt Salzgeber, Leiter Pflege und Betreuung der LAK. Alle Bewohner würden so von dieser individuellen und gezielten Zuwendung profitieren können. Damit wird Palliative Care in der LAK auch zum Qualitätsfaktor. Alle Mitarbeitenden mit direktem Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern kennen das Konzept und wenden es an. „So können wir den Betroffenen in allen Häusern der LAK und auch den Einwohnern Liechtensteins Pflegequalität auf hohem und gewinnbringendem Niveau bieten“, ist Kurt Salzgeber überzeugt.