5684 Stunden Arbeit ohne Lohn?

„Ein dankbares Lächeln, ein Leuchten in den Augen, das ist unser Lohn“, erzählt eine Freiwillige, die im Haus St. Florin der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe LAK in Vaduz regelmässig einen Bewohner besucht. „Freiwilligen bereichern den Lebensalltag der Bewohnerinnen und Bewohner. Beim Kontakt mit den Bewohnern steht die Stärkung des Selbstwertgefühls durch Erhaltung und Förderung der vorhandenen Fähigkeiten im Vordergrund. Wichtig ist, dass die betreffende Person auf den ihr anvertrauten Menschen eingehen kann

5684 unbezahlbare Stunden

5684 Stunden haben im vergangenen Jahr die 170 Freiwilligen mit Bewohnern der LAK-Häusern verbracht. Zusätzlich sind von 21 Hospizmitarbeitern in allen LAK-Häusern 1764 Stunden an ehrenamtlicher Arbeit geleistet worden. Sie sind mit den ihnen anvertrauten Personen spazieren gegangen, haben mit ihnen Karten oder Lotto gespielt, haben gesungen oder vorgelesen. Manchmal waren sie auch einfach nur da und hatten ein offenes Ohr. Sie gingen auf die Wünsche der Bewohner ein, haben sie beim Einkaufen begleitet, haben gestrickt, vorgelesen oder mit ihnen gemalt. „Die Tätigkeit der Freiwilligen richtet sich nach den Wünschen der betreuten Personen“, erklärt Anni Spagolla, Freiwilligen-Koordinatorin in der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe,. Es sei daher wichtig, dass die Freiwilligen auf die von ihnen betreute Person eingehen könnten.

Die LAK unterscheidet zwei Formen der Freiwilligenarbeit. Die individuelle Freiwilligenarbeit betrifft Einzelpersonen. Der Freiwillige hat einen direkten und persönlichen Kontakt zum Bewohner. Dies erfordert die Bereitschaft, sich regelmässig und geplant zu engagieren. Die LAK schult diese Freiwilligen mit einem Einführungs- und Bildungsprogramm. Eine weitere Möglichkeit ist die kollektive Freiwilligenarbeit. Die Freiwilligen helfen regelmässig bei Veranstaltungen mit, die für alle Bewohner sind, z. B. Singnachmittagen oder Ausflüge. „Die Leistungen der Freiwilligen lassen sich nicht mit Geld beziffern“, sagt Thomas Riegger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der LAK. „Sie geben eine der in der heutigen Zeit wohl wichtigsten Ressourcen: nämlich ihre Zeit, welchem einen ja selbst nur geschenkt wird“, fährt er fort. Sie würden sich für benachteiligte Menschen einsetzen, bieten Zuneigung und Verständnis. Auch sorgen sie dafür, dass für diese Menschen immer wieder die Sonne scheint. Dies alles machten sie ohne viel Aufhebens. Dabei leisteten sie einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, der unbezahlbar sei. „Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Arbeit der Freiwilligen offiziell anerkannt wird.“ sagt Riegger. Die LAK organisiert daher regelmässig am Tag der Anerkennung der Freiwilligkeit einen kleinen Anlass für die Freiwilligen, um ihnen für die grosse Arbeit zu danken.

In allen Häusern erfolgen die Einsatzplanung und die fachliche Begleitung der Freiwilligen durch Freiwilligen-Koordinatorinnen. Freiwillige sollten unter anderem die Fähigkeit, offen auf Menschen zuzugehen, Kontaktfreudigkeit, das Kennen der eigenen Grenzen oder die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Helferinnen und Personal mitbringen. Besondere Anforderungen gelten für Freiwillige mit direktem Bewohnerkontakt.

Wichtige Stütze des täglichen Lebens

Die Freiwilligen sind eine wichtige Stütze für das tägliche Leben in den LAK-Häusern. Die Besuche der Freiwilligen helfen beispielweise gegen die Vereinsamung der Bewohner und sorgen für soziale Kontakte, die sonst für viele nicht mehr möglich sind. Sie tragen auch dazu bei, das sowohl Angehörige wie auch das professionelles Personal entlastet werden. Auch die Betreuung von Menschen durch die ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Hospizbewegung ist von unschätzbarem Wert. Als Lohn erhalten sie ein Lächeln, ein Leuchten in den Augen der betreuten Person oder ein kurzes Dankeschön. Das ist vielleicht kein grosser Lohn – aber er hat einen grossen Wert