„Die Beiträge der öffentlichen Hand pro Pflegetag konnten wesentlich reduziert werden.“

Horst Büchel, Präsident des Stiftungsrates

Ein finanziell erfolgreiches 2017 gibt der LAK die Möglichkeit, bereits heute wichtige Projekte und Themenfelder aufzugreifen und so die künftigen Herausforderungen zu bewältigen. Grundlagen dazu sind die ausgezeichnete Pflege- und Betreuungsqualität, die bedarfsorientierte Weiterbildung und ein häuserübergreifender Know-How-Transfer. Die demografische Entwicklung wird sich vermehrt auf die LAK auswirken.

„Die Beiträge der öffentlichen Hand pro Pflegetag konnten wesentlich reduziert werden“, berichtet Horst Büchel, Präsident des Stiftungsrates, erfreut an der Jahres-Medienkonferenz der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe (LAK). Damit leistet die LAK einen Beitrag zur Senkung der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen. Dass diese Aussage nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt das Jahresergebnis der LAK. Der Aufwand konnte um 4.5 % reduziert werden. Das Jahr 2017 wurde um CHF 1 497 898.-- (-51.6 %) besser abgeschlossen als geplant. Damit werden Land und Gemeinden wesentlich tiefer belastet als gemäss Budget vorgesehen. Dieses positive Ergebnis resultiere nicht zuletzt auch aus der Einführung der neuen Führungs- und Organisationsstruktur, die ab Januar 2017 erfolgreich umgesetzt worden ist.

Mehr Effizienz und immer grössere Herausforderungen

Die neue Organisation brachte wichtige Verbesserungen. Die Kommunikations- und Entscheidungswege wurden effizienter, die Verantwortungen konkretisiert und die fachliche Entwicklung professionalisiert. Dieser positiven Entwicklung war ein strategischer Entscheid des Stiftungsrates Mitte 2016 vorausgegangen. Dass dieser Beschluss so rasch umgesetzt werden konnte, zeige auch die Leistungsfähigkeit und die hohe Leistungsbereitschaft der Geschäftsleitung sowie der Mitarbeitenden der LAK, betont der Stiftungsratspräsident. Dies sei aber auch nötig, würde doch der Alltag in den LAK-Häusern immer grössere Herausforderungen bieten. „Wir stellen vermehrt fest, dass Akutspitäler ihre Patienten immer früher entlassen.“ erklärt Thomas Riegger. Vielfach seien diese noch nicht in der Lage, alleine und ohne Unterstützung zu leben. Das zeige sich vor allem auch darin, dass die Pflegetage in der Kurzzeitpflege um 6.1 % zugenommen haben. Dieser frühe Übertritt in die LAK-Häuser sei nicht per se negativ, würde jedoch vermehrte Anforderungen an die Pflegekompetenz des Personals der LAK stellen. Mit einer verstärkten und professionalisierten Ausbildung der Mitarbeitenden wird dieser Herausforderung begegnet. Mit rund 50 Lehrstellen und Studienplätzen gehört die LAK zu den bedeutenden Ausbildern im Gesundheitswesen.

Ausgezeichnete Betreuungsqualität

Ein Highlight war 2017 die erfolgreiche Auditierung mit dem Label „Qualität in Palliative Care“. Am 12.03.18 übergab die Schweizerische Gesellschaft für Palliative Care palliative.ch der LAK das Zertifikat «Qualität in Palliative Care». Alle vier Standorte der LAK sowie die Pflegewohngruppe St. Theodul in Triesenberg sind mit dem Label zertifiziert. In der gesamten LAK wird Palliative Care von der Küche über die Pflege bis zum Management integrierend, ganzheitlich und vorausschauend angewendet. „Wir bieten unseren Bewohnern eine individuelle und ganzheitliche Betreuung, die die Persönlichkeit, die Überzeugungen und die Würde des Einzelnen achtet,“ schildert Thomas Riegger die Praxis in der Pflege. Das bedinge aber auch eine sehr enge persönliche Beziehung zu den einzelnen Bewohnern. Besonders Wert werde auf die Erfassung, Behandlung und Linderung der Symptome gelegt. „Um die letzte Lebensphase nach den Wünschen des jeweiligen Bewohners gestalten zu können, werden daher bewusst die persönlichen Bedürfnisse des oder der Betreffenden angesprochen“, erklärt Riegger. Offene Fragen würden von der Bezugspflegeperson geklärt und Ziele gesetzt. Durch die vorausschauende Betreuungsplanung könnten Entscheide im Sinne des Bewohners gefällt werden. Der regelmässige Austausch mit den Angehörigen sowie die Trauerbegleitung gehörten ebenfalls zu den Aufgaben des LAK-Pflegepersonals.

 

Demenz im Zentrum

„2018 setzen wir einen Schwerpunkt beim Thema Demenz“, sagt Thomas Riegger. Es sei eine Tatsache, dass Demenzerkrankungen mit zunehmenden Alter ansteigen. Die Lebenserwartung steigt und die Menschen werden immer älter. Es sei deshalb davon auszugehen, dass Demenz die LAK künftig vermehrt beschäftigen wird, fährt Riegger fort. Die biografieorientierte Pflege und Begleitung ist für die LAK ein wichtiger Pfeiler in der Betreuung von an Demenz erkrankten Bewohnern. Auch in diesem Bereich profitiert die LAK von einem internen Know-how-Transfer. Werden an einem Standort gute Erfahrungen gemacht, werden diese Informationen im Sinne einer best practice auch den anderen Standorten zur Verfügung gestellt. Damit kann die LAK eine gleichbleibend hohe Qualität in der Pflege über alle Standorte garantieren. Bereits heute macht sich die LAK Gedanken über die künftigen Strukturen und Prozesse, um die künftigen Bedürfnisse der Bewohner abdecken zu können.

St. Peter und Paul auf Kurs

„Mit dem Neubau des LAK-Hauses St. Peter und Paul sind wir auf Kurs“, sagt Thomas Riegger. Parallel zum Innenausbau wird bereits die Betriebseinrichtung wie Medizinalgeräte, Mobiliar, Betriebswäsche, Geschirr, etc. angeschafft. Der Eröffnung im Herbst steht nichts mehr im Wege. Im Sinne einer vorsichtigen Geschäftsführung soll vorerst eine Station in Betrieb genommen werden. Je nach Entwicklung der Nachfrage werden dann weitere folgen. «Mit diesem Bau sowie den internen Überlegungen zur künftigen Entwicklung der LAK sind wir für die Zukunft gewappnet», ist Stiftungsrats-Präsident Horst Büchel überzeugt.