Ein Lichtblick im Vergessen

Immer montags besucht eine Freiwillige im LAK-Haus St. Laurentius in Schaan „ihren“ Bewohner. Sie ermöglicht so dem Bewohner einen sozialen Kontakt, der sonst nicht mehr möglich ist. Der Mann leidet an leichter Demenz und hat Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Er ist unsicher und traut sich aus Angst, dass er den Weg nicht mehr zurückfindet, nicht mehr aus seinem Zimmer. Ja, er isoliert sich beinahe und hat nur noch wenige Kontakte. „Diese Besuche sind sehr wichtig“, sagt Anni Spagolla, Freiwilligen-Koordinatorin der Liechtensteinische Alters- und Krankenpflege (LAK). Sie geben den Bewohnenden eine Struktur und die Möglichkeit für soziale Kontakte. „So können wir die betreuten Personen motivieren und aus ihrer Isolation führen“, fährt Spagolla fort. Dadurch ergebe sich ein Lichtblick im Vergessen und die besuchte Person könne in ihrer Welt erreicht werden.

Zur Zeit engagieren sich 145 Frauen und 19 Männer als Freiwillige in der LAK.  Sie schenkten im letzten Jahr 6093 Stunden ihrer Zeit den Bewohnenden. Zusätzlich unterstützten 22 Ehrenamtliche der Hospizbewegung Liechtenstein mit 1247 Stunden ihrer Zeit die psychosoziale Begleitung der Bewohnenden in sehr anspruchsvollen Situationen. An einer speziellen Feier zum internationalen Tag der Freiwilligkeit hat die LAK „ihre“ Freiwilligen für ihren unbezahlbaren Einsatz geehrt.

Nicht nur Bewohnende, sondern auch Freiwillige profitieren

Freiwillige sind immer willkommen. Einsatzmöglichkeiten gibt es viele. Freiwillige können Personen gezielt besuchen, Fahrdienste leisten, kleine Besorgungen erledigen, vorlesen, einfach nur zuhören oder Personen bei Spaziergängen oder Terminen begleiten. Sie können auch bei der Alltagsgestaltung mithelfen. Sie jassen, singen, spielen Lotto, kochen und backen mit den Bewohnenden - und vieles mehr.

Nicht nur die Bewohnenden profitieren. Auch die Freiwilligen haben einen Nutzen. „Warum ich freiwillige Mitarbeiterin bin? Mir gefällt der Kontakt mit älteren Menschen sehr. Die Gespräche und auch das Schweigen, die Spaziergänge, kleine Hilfestellungen, einfach da sein usw.», erzählt Elsbeth Zanghellini. Nach jedem Besuch im LAK-Haus gehe sie mit vollem, freudigen Herzen nach Hause. «Ich habe das Gefühl, ich bekomme mehr, als ich geben kann», sagt sie. „Das Interesse am Menschen ist Voraussetzung für Freiwillige“, sagt Anni Spagolla. Nur so könnten sie auf die besuchten Personen eingehen. Wichtig ist die Bereitschaft für einen regelmässigen Einsatz. Das kann z.B. wöchentlich, alle zwei Wochen oder auch einmal monatlich für eine bestimmte Zeit sein.

Etwas Sinnvolles tun

«Unsere freiwilligen Frauen und Männer bieten eine persönliche und individuelle Lebensbegleitung», sagt Thomas Riegger, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Sie tragen dazu bei, dass die Menschen in den Häusern der LAK gut betreut werden können und unterstützen sowohl Angehörige als auch die Mitarbeitenden der Häuser. «Die Freiwilligenarbeit ist wichtig für die Lebensqualität», ist Riegger überzeugt. Vielfach sei die Möglichkeit, eine sinnvolle Tätigkeit zu leisten, die Hauptmotivation für die Freiwilligen. Doch profitieren würden beide Seiten - die Betreuten wie auch die Freiwilligen.

An einer würdigen Feier zum internationalen Tag der Freiwilligkeit ehrte die LAK „ihre“ Freiwilligen.