„Palliative Care Box mit LAK-Beteiligung“

Wer nach dem Thema Palliative Care sucht, bleibt am Computer hängen und verzweifelt ob der Informationsflut. Genau das wollte eine Curaviva-Arbeitsgruppe mit Leitungs- und Fachpersonen aus dem Langzeitbereich ändern. „Denn, was nützen all diese Dokumente, wenn sich niemand innert vernünftiger Zeit einen Überblick verschaffen, die gewünschten Dokumente abrufen und sie lesen kann? Hier setzt die Palliative Care Box von Curaviva an. Michael Kirschner, Soziologe und Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Menschen im Alter von Curaviva, leitete das Projekt. „Als Projektleiter durfte ich die Box zusammen mit erfahrenen Experten und Institutionen entwickeln und realisieren. Da fiel einiges an Projekt- und Koordinationsarbeit an,“ sagt Kirschner. Ziel war, praxiserprobte Konzepte, Arbeitsinstrumente und Hilfsmittel zielgruppengerecht aufzuarbeiten und den Betrieben zur Verfügung zu stellen. „Die Arbeitsinstrumente zu sichten und die Institutionen für einen Beitrag zu gewinnen, war oft recht zeitaufwendig. Sehr positiv war dann aber, wie gross die Bereitschaft der Institutionen zum Teilen war und wie viele Tools zusammenkamen,“ erzählt der Soziologe.

Palliative Care Box mit LAK-Beteiligung

So schuf der Heimverband Curaviva ein Hilfsmittel, das einen strukturierten Überblick über rund 150 bewährte Hilfsmittel und Arbeitsinstrumente gibt. Für engagierte Pflegende wird das nichts Neues sein. Doch, wussten Sie, dass die Palliative Care Box über 15 Arbeitsinstrumente der LAK enthält? Michael Rogner, Leitung Pflegeentwicklung LAK, arbeitete beim Projekt mit und brachte einiges an Know-how ein. „Ich war inhaltlich sehr interessiert und wusste, dass die Mitarbeit für das Image der LAK relevant ist. Die Inhalte der Box sind für die LAK auch sehr interessant,“ umschreibt Rogner die Motivation, bei der Palliative Care Box mitzuarbeiten. Zudem hätten die Inhalte auch für die LAK verwendet werden können. Gute Beispiele seien das SENSOR-Instrument für ethische Fragestellungen oder das SENS-Modell als Strukturhilfe in der Palliative Care. „Wissen und Erfahrung zu teilen, ist eine Grundhaltung der LAK,“ ergänzt er.

Ausgewiesener Palliative Care Spezialist

Gemäss Michael Kirschner war die LAK als Palliative Care Spezialist bekannt. „Uns war natürlich bekannt, dass die LAK über viel Entwicklungswissen in der Palliative Care verfügt. Das Haus St. Laurentius war im Jahr 2012 eine der ersten Langzeitinstitutionen, die mit dem Label „Qualität in Palliative Care“ von qualitépalliative ausgezeichnet wurde,“ bestätigt er. Diese mehrjährige Erfahrung hätte die LAK zur Mitarbeit qualifiziert. Im Unterschied zu anderen Organisationen entwickle die LAK den Palliative Care-Ansatz systematisch auf der Basis von Qualitätskriterien, die im Rahmen der Zertifizierung von qualitépalliative überprüft werden. „Wer so professionell und vernetzt arbeitet, steht voll und ganz hinter diesen Qualitätskriterien und den damit verbundenen Herausforderungen,“ ist der Curaviva-Mann überzeugt.

Palliative Care muss gelebt werden

Ein Blick in die Box zeigt, dass es zwar bei allen Instrumenten um das gleiche Thema geht. Allerdings wird es nicht immer gleich interpretiert. Gibt es also „die“ Palliative Care gar nicht? Kocht hier jede Institution ein „eigenes Süppchen“? Dem widerspricht Michael Kirschner energisch. „Fachlich gesehen gibt es „die“ Palliative Care schon. Denn es gibt klar definierte Palliative Care Kernleistungen für die Langzeitpflege und Qualitätskriterien. Man könnte meinen, dass eigentlich alle Pflegeheime Palliative Care umsetzen,“ sagt er. Der Unterschied liege jedoch in der Art der Umsetzung, ergänzt er. Wichtig sei, dass Palliative Care gelebt werde. „Ein Fachkonzept auf Papier bringt bekanntlich wenig, wenn die Leitung keine Ressourcen für die Umsetzung bereitstellt und eine Organisationskultur schafft, die es ermöglicht, die Grundprinzipien der Palliative Care täglich umzusetzen. Zudem ist es hilfreich, durch eine Wertediskussion im Betrieb eine gemeinsame Palliative-Care-Haltung zu definieren. Das «Steuern» von Palliative-Care-Prozessen ist eine zentrale Aufgabe des Managements,“ ist Kirschner überzeugt.

Die Box enthält viele Instrumente. Besteht nicht die Gefahr, dass die betreuten Personen nur noch nach einem Schema betreut werden und die persönlichen Bedürfnisse auf der Strecke bleiben? „Wer qualitativ hochwertige Palliative Care macht, stellt die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt des täglichen Handelns und Tuns. Die Box bietet hierfür Arbeitsinstrumente für die Praxis. Hingegen könnten die Bedürfnisse auf der Strecke bleiben, wenn unter dem Begriff „Palliative Care“ Leistungen beliebig angeboten und sogar verrechnet werden,“ meint Kirschner.

Hier ist die Curaviva Pallliative Care Box zu finden.